Aufgaben im Bestattungsunternehmen
Im Bestattungsunternehmen führst du Gespräche mit Angehörigen, planst Trauerfeiern und Bestattungen, erledigst Formalitäten mit Behörden, Friedhöfen und Kirchen und kümmerst dich um Überführungen. Dazu kommt die hygienische Versorgung der Verstorbenen, das Einkleiden und Aufbahren. Gewerbliche Stellen, in Anzeigen oft als Bestatter im gewerblichen Bereich bezeichnet, konzentrieren sich auf Überführungen, Versorgung und Aufbau von Trauerfeiern. Beratende Stellen haben mehr Kontakt mit Angehörigen und mehr Büroarbeit.
Dazu kommen Aufgaben, die man von außen kaum sieht: Sarg- und Urnenauswahl vorbereiten, Traueranzeigen und Drucksachen abstimmen, Blumenschmuck organisieren und Termine mit Rednern, Musikern und Friedhöfen koordinieren.
Qualifikationen im Vergleich
| Merkmal | Bestattungsfachkraft | Bestattermeister | Friedhofsgärtner |
|---|---|---|---|
| Form | Ausbildung, 3 Jahre | Fortbildung nach Berufserfahrung | Ausbildung Gärtner, 3 Jahre |
| Schwerpunkt | Beratung, Versorgung, Organisation | Betriebsführung, Ausbildung | Grabanlage, Grabpflege, Friedhofsflächen |
| Arbeitgeber | Bestattungsunternehmen, Friedhofsverwaltungen | eigener Betrieb oder Leitung | Friedhofsgärtnereien, Friedhöfe |
Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ist seit 2007 in der aktuellen Verordnung geregelt und dauert drei Jahre. Ausbildungsbetriebe sind Bestattungsunternehmen und Friedhofsverwaltungen. Als Fortbildung schließt sich der Bestattermeister an. Friedhofsgärtner lernen den Beruf Gärtner in der Fachrichtung Friedhofsgärtnerei, ebenfalls drei Jahre.
Kein Meisterzwang für Bestatter
Das Bestattergewerbe ist in der Handwerksordnung als zulassungsfreies Handwerk eingeordnet, in Anlage B. Anders als etwa bei Bäckern oder Fleischern ist der Meister deshalb keine Voraussetzung für die Selbstständigkeit. Für Arbeitgeber und Angehörige ist eine anerkannte Ausbildung trotzdem ein wichtiges Zeichen für Qualität, und manche Anzeigen nennen die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft als Voraussetzung.
Friedhof und Trauerbegleitung
Auf Friedhöfen arbeiten Friedhofsmitarbeiterinnen und Friedhofsmitarbeiter, Friedhofsgärtner und Verwaltungskräfte. Sie heben Gräber aus, pflegen Anlagen, bereiten Beisetzungen vor und betreuen Grabnutzungsrechte. Trauerbegleitung wird von Hospizvereinen, Bestattungsunternehmen und Kirchengemeinden angeboten, häufig mit ehrenamtlichen Kräften. Stellen dafür sind oft Koordinationsstellen, die Ehrenamtliche gewinnen, schulen und begleiten.
Wer Trauerbegleitung beruflich anbieten will, braucht Erfahrung in Gesprächsführung und meist eine Weiterbildung. Frag bei Koordinationsstellen, welche Qualifikation der Träger erwartet und ob er die Weiterbildung unterstützt.
Welche Rolle passt
- Du willst Angehörige begleiten und organisierst gern: Beratung im Bestattungsunternehmen.
- Du arbeitest lieber praktisch und im Hintergrund: gewerblicher Bereich mit Überführung und Versorgung.
- Du bist gern draußen: Friedhofsgärtnerei oder Friedhofsbetrieb.
- Du willst Menschen in der Trauer über längere Zeit begleiten: Trauerbegleitung, oft mit Weiterbildung.
Alle Rollen verlangen Diskretion. Du erfährst viel über Familien in einer Ausnahmesituation und gehst damit vertraulich um.