Ausbildung zur Bestattungsfachkraft
Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Ausbildungsbetriebe sind Bestattungsunternehmen und Friedhofsverwaltungen. Du lernst Beratung und Organisation, die Versorgung Verstorbener, die Gestaltung von Trauerfeiern, kaufmännische Abläufe und die Arbeit mit Werkstoffen, etwa bei Särgen. Frag im Betrieb, wie viel Beratung und wie viel gewerbliche Arbeit du in der Ausbildung übernimmst.
Die Ausbildungsdauer kann nach § 8 BBiG auf gemeinsamen Antrag von dir und dem Betrieb gekürzt werden, wenn zu erwarten ist, dass du das Ziel in kürzerer Zeit erreichst, etwa mit Vorbildung. Frag bei der zuständigen Stelle nach den Voraussetzungen.
Quereinstieg
Viele Anzeigen suchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den gewerblichen Bereich oder Bestattungshelfer, auch ohne Ausbildung. Du lernst im Betrieb, wie Überführungen, Versorgung und Aufbau von Trauerfeiern ablaufen. Erfahrungen aus Pflege, Rettungsdienst, Handwerk, Gastronomie oder Veranstaltungsorganisation helfen. Wer mindestens das Eineinhalbfache der Ausbildungsdauer im Beruf gearbeitet hat, kann nach § 45 BBiG zur Abschlussprüfung als Bestattungsfachkraft zugelassen werden.
Was Arbeitgeber erwarten
- Ruhe und Taktgefühl im Umgang mit trauernden Menschen.
- Körperliche Belastbarkeit, weil Überführungen Kraft erfordern.
- Führerschein der Klasse B für Überführungsfahrten, wenn die Anzeige ihn verlangt.
- Bereitschaft zu Rufdiensten in der Nacht und am Wochenende.
- Gepflegtes Auftreten und Zuverlässigkeit bei Terminen.
Die Arbeit ist belastend. Sprich im Gespräch offen an, wie du mit dem Anblick Verstorbener und mit der Trauer anderer umgehst. Frag, ob es im Team Austausch oder Unterstützung nach schweren Einsätzen gibt.
Unterlagen und Bewerbung
- Lebenslauf mit Stationen im Kontakt mit Menschen in schwierigen Situationen.
- Zeugnisse und, bei Ausbildung, das letzte Schulzeugnis.
- Führerschein.
- Nachweise über Erste-Hilfe-Kurse oder Weiterbildungen, wenn vorhanden.
Ein Praktikum oder ein Probetag zeigt dir, ob du die Arbeit tragen kannst. Frag danach, manche Betriebe bieten das an. Nutze die Gelegenheit, um die Abläufe in Werkstatt, Versorgung und Beratung kennenzulernen.
Friedhof als Alternative
Wenn dich eher die Arbeit draußen anspricht, sind Friedhofsgärtnereien und Friedhofsverwaltungen eine Alternative. Dort arbeitest du mit Pflanzen, Maschinen und Grabanlagen und hast weniger direkten Kontakt mit Verstorbenen. Die Ausbildung zum Gärtner in der Fachrichtung Friedhofsgärtnerei dauert drei Jahre.
Auch dort gehören Beisetzungen zum Alltag. Du bereitest Gräber vor und bist bei Beerdigungen im Hintergrund dabei.